Was hilft gegen die Angst beim Hund?

Dem kleinen Jack Russel Terrier Bruno entgeht nichts: weder Hunde, die an seinem Grundstück vorbei gehen, noch Passanten oder Radfahrer. Unabhängig von Größe, Geschlecht, Zwei- oder Vierbeiner – jeder wird von dem Kleinen erstmal angebellt. Es scheint so, als ob Bruno vor gar nichts Angst hätte.

Doch so mutig ist der kleine Kerl nicht immer: Kaum gibt es ein Gewitter, fängt Bruno an zu hecheln und zu zittern und sucht schnell Schutz unter Couch und Co. Die Verwandlung vom kleinen selbstbewussten Hund zum Häuflein Elend geht oft so schnell, dass man gar nicht mehr rechtzeitig reagieren kann. Auch Fußballspiele, Silvesterfeuerwerk, Partys bei Nachbarn und laute Knallgeräusche versetzen Bruno in Angst und Panik.

Angst kann gefährlich für den Hund werden

Der Angst-Zustand ist nicht nur unangenehm für Hund und Besitzer, sondern kann auch gefährlich werden. So reagieren einige Hunde bei Angst aggressiv und handeln nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Dadurch können andere Hunde oder Menschen verletzt werden. Ein Hund im Angstzustand kann sogar sein eigenes Frauchen oder Herrchen angreifen und verletzen.

Bruno gehört zu den Hunden die bei Angst eher die Flucht ergreifen. Zitternd und hechelnd sucht er das Weite und nimmt dabei leider nichts mehr in seiner Umgebung wahr. Die große Gefahr dabei ist, dass er z. B. auf der Flucht überfahren werden könnte. Deshalb sollten Hundebesitzer von ängstlichen Hunden besonders wachsam sein und ihren Vierbeiner schon bei den ersten Anzeichen von Angst sicherheitshalber an die Hundeleine nehmen.

So erkennen Sie Angst beim Hund

1. Sichere Anzeichen für eine starke Angst sind Hecheln und Zittern.

2. Der Hund schaut ängstlich in alle Richtungen. 

3. Er ist unruhig und hat eine geduckte Haltung, um sich quasi klein und unsichtbar zu machen.

4. Viele Hunde legen bei Angst die Ohren an und ziehen den Schwanz ein.

Sobald diese Anzeichen bereits aufgetreten sind, ist es sehr schwer den Hund noch zu beruhigen. Denn in so einem Zustand vergisst ein Vierbeiner alles, was er gelernt hat und ist wie gelähmt. Selbst das heiß begehrte Futter oder die Leckerlis werden dann einfach ignoriert.

So entsteht Angst beim Hund

Woher der kleine Bruno so viel Angst vor Gewitter und knalligen Geräuschen hat, ist schwer zu sagen. Meistens entsteht panische Angst wenn sich:

• Der Hund bei diesem Geräusch oder in dieser Situation mal erschrocken hat

• Wenn man nicht direkt und sofort etwas gegen diesen Schreck unternommen hat

• Oder wenn man sich selbst z.B. vor lauten Geräusch etc. erschreckt. Hunde spüren die Angst von Frauchen und Herrchen sehr genau – selbst wenn man sich nur ganz kurz erschrocken oder gefürchtet hat.

Mit diesen Schritten können Sie Ihrem Hund bei Angst helfen:

Wenn Sie weniger Angst haben, hat auch Ihr Hund weniger Angst. Wenn Sie an Ihren eigenen Ängsten arbeiten, wird auch Ihr Hund weniger ängstlich sein. Versuchen Sie z.B. bei lauten Geräuschen, Gewitter oder Feuerwerk möglichst ruhig und entspannt zu bleiben. Leichter gesagt als getan? Nur ein Beispiel: Bleiben Sie beim Gewitter zuhause und schalten Sie den Fernseher oder Ihre Lieblingsmusik ein, machen Sie es sich auf der Couch gemütlich und beschäftigen Sie sich mit allem, was Spaß macht und Sie beruhigt: stricken, lesen usw. Ganz entscheidend ist dabei, dass Sie dabei nicht angespannt oder hektisch wirken. Denn Sie können Ihre Angst überspielen und damit sich selbst oder die Menschen in Ihrer Umgebung täuschen – aber niemals Ihren Hund!

Beobachten Sie Ihren Hund. Sucht er ein Versteck? Oder möchte er lieber in Ihrer Nähe bleiben? Halten Sie ihn nicht fest, wenn er sich zuhause unter einem Tisch oder unter dem Bett verkriechen möchte. Bieten Sie ihm stattdessen auch andere Versteckmöglichkeiten an, die sogar noch etwas gemütlicher sind wie z. B. einen Hundeschlafsack oder Kuschelhöhlen.

Ignorieren Sie Ihren Hund nicht. Die allgemein verbreitete Meinung ist, dass man die Angst der Hunde ignorieren sollte, um sich nicht noch weiter zu verstärken. Aber spätestens wenn Hunde vor Angst zittern, sollte man anders reagieren. Wenn Ihr Hund Sie ständig anguckt und in Ihrer Nähe bleiben möchte, kraulen Sie ihn ruhig kurz hinter den Ohren und sprechen Sie ein paar beruhigende Worte. Durch das Ignorieren könnte Ihr Hund sich missverstanden oder sogar bestraft fühlen. Und das wiederum kann seine Angst noch verstärken. Aber übertreiben sollten Sie es dabei auch nicht. Manche Hunde nutzen das nämlich sonst aus und zeigen Angstsymptome, um noch mehr Aufmerksamkeit von Herrchen und Frauchen zu bekommen.

Angstauslöser vermeiden! Wenn Ihr Hund Angst vor Gewitter hat, sollten Sie ihn nicht absichtlich nach draußen schleppen, um ihm die Furcht vor Gewitter „abzugewöhnen“. Bleiben Sie stattdessen möglichst zuhause, schließen Sie die Fenster und stellen Sie den Fernsehen oder die Musik lauter.

Desensibilisierung der Angst. Die Angst vor Autos, Zügen, anderen Menschen oder gar vor Mülltonnen auf dem Straßenrand kann und sollte verringert werden. Hat Ihr Hund Angst vor vorbeifahrenden Zügen, nehmen sie ihn an eine kurze Leine, gehen Sie mit ihm zuerst zu einem am besten wenig befahrenem Bahnhof und schauen Sie einfach die vorbeifahrenden Züge an. Sitzt Ihr Hund ruhig – bekommt er eine Belohnung. Hat Ihr Hund sichtlich Angst – bleiben Sie ruhig stehen und halten Sie die Hundeleine fest. Schaut Ihr Hund Sie an – bestätigen Sie ihn durch Leckerlis oder Streicheln. Aber setzen Sie sich und Ihren Hund dabei nicht unter Druck! Eine Angst-Desensibilisierung kann Monate dauern und sollte Schritt für Schritt bewältigt werden. Auch Rückfälle sollten Sie dabei nicht vom konsequenten Training abhalten.

Bauen Sie Vertrauen zum Hund auf. Ganz wichtig: Bevor Sie die Angst bei Ihrem Hund bekämpfen, sollten Sie zuerst Vertrauen zu ihm aufbauen. Denn Ihr Hund muss wissen, dass Sie für ihn da sind und ihm nichts Schlimmes antun werden, bevor er sich gemeinsam mit Ihnen seinen Ängsten stellen kann. Vertrauen baut man am besten durch ein gemeinsames Training z.B. bei Agility, DogDance oder einem einfachen Dummy-Training auf.

Medikamente gegen die Angst nur als Ausnahme und vom Tierarzt Ihres Vertrauens. Einige Medikamente können zwar den Anschein erwecken, dass Ihr Hund ruhig und entspannt ist. Aber stattdessen hat der Hund immer noch sehr viel Angst und kann sich wegen des Medikaments einfach nicht mehr verstecken oder weglaufen. Diese Situation ist ein Albtraum für Ihren Hund und kann seine Angstzustände auch noch verschlimmern.

Brunos Angsttherapie

Beim Gewitter im Sommer, Feuerwerk an Silvester und bei lauten Knallgeräuschen wie bei einem Fußballspiel war Bruno alles andere als entspannt und gelassen. Doch mithilfe seines Frauchens ist es schon viel besser geworden. Wenn es zu laut wird, versteckt er sich gern in seinem Hundeschlafsack. Und weil sein Frauchen die Türe und Fenster immer zumacht, hört man die Knallerei auch gar nicht mehr so laut. Zur Beruhigung mischt sein Frauchen Bruno einen Kräuter-Mix aus Lavendel, Baldrian und Kamille ins Futter. Diese Kräuter tun nicht nur Brunos Nerven gut, sondern auch seinem Magen. Noch ist der kleine Kerl schreckhaft, aber so langsam wird es: Bei leiseren, weiter entfernten Geräuschen verkriecht sich Bruno mittlerweile nicht mehr irgendwo im Haus sondern guckt sein Frauchen fragend an:„Bleibt sie sitzen? Okay, dann wird es wohl nichts Schlimmes sein.“ Und Silvester verbringt der kleine Bruno dieses Jahr an der Ostsee. Hier ist an vielen Orten Feuerwerk ganz verboten und ein hundefreundliches Ferienhaus am Meer ist die Wohltat für alle Vier- und Zweibeiner, die ruhig und entspannt ins neue Jahr starten möchten.

 

One thought on “Was hilft gegen die Angst beim Hund?

  1. Wir haben Halsband und Leine gekauft. Bin mit der Qualität sehr, sehr zufrieden. Versand, Kundenservice ist super, werde hier wieder kaufen.
    Liebe Grüße Conny

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