Zahnstein und Zahnerkrankungen beim Hund

Mischling Mirko riecht unangenehm aus dem Maul. Sein Frauchen hat ihn sich geschnappt, um der Sache auf den Grund zu gehen und Veränderungen an den Reißzähnen festgestellt.

An den unteren Rändern haben sich feste Ablagerungen gebildet – Zahnstein. Damit ist Mirko nicht allein. Viele Hunde leiden unter Erkrankungen von Gebiss und Zahnfleisch. Dabei lässt sich ihnen meist recht leicht vorbeugen.

Hunde haben in der Regel 42 Zähne – zehn mehr als der Mensch. Wie uns auch wachsen Welpen zunächst Milchzähne, die sie dann nach etwa einem halben Jahr verlieren und von normalen Zähnen abgelöst werden.

Das Gebiss des Hundes ist anders als unseres nicht für das Zerkleinern der Nahrung ausgerichtet, sondern, um Beutetiere zu fassen, zu töten und das Fleisch zu zerreißen. Hunde kauen also nicht gründlich, sie schlingen große Stücke herunter.

Wölfe reinigten ihr Gebiss tatsächlich durch Fressen und den mechanischen Abrieb, der dadurch entstand. Zahnerkrankungen sollen selten gewesen sein. Bei unseren domestizierten Hunden ist das nicht mehr der Fall – die Art der Fütterung sorgt oft nicht mehr für einen ausreichenden Schutz der Zähne.

Probleme mit Milchzähnen und Fehlstellungen

Schon der Zahnwechsel kann Hunden Probleme bereiten: und zwar dann, wenn der neue Zahn den Milchzahn nicht aus dem Kiefer herausschiebt, sondern neben ihm wächst. Kleine Rassen sind davon besonders betroffen. Hier hilft der Besuch beim Tierarzt, der den Milchzahn dann zieht. So wird nicht nur eine schmerzhafte Infektion verhindert, sondern auch Stellungsanomalien.

Zahnstellungsprobleme oder Zahnlücken sind meist rassebedingt. Problematisch wird das immer dann, wenn der Hund nicht mehr richtig fressen kann, die Zähne nicht mehr abgeschliffen werden oder die Mundschleimhaut leidet.

Häufigste Zahnerkrankungen bei Hunden

Zahnprobleme bei Hunden sind keine Seltenheit: Statistisch leiden rund 80 Prozent aller Vierbeiner, die älter sind als drei Jahre, an Zahn- oder Zahnbetterkrankungen.

Die häufigsten stellen dabei Zahnbelag und Zahnstein dar. Zahnbelag, Plaque, setzt sich aus Kleinstteilen wie Nahrungs- und Zellresten, Keimen und Speichelstoffen zusammen. Er legt sich als klebriger Belag auf den Zahn und wird immer dicker. Durch die Einlagerung von Mineralsalzen aus dem Speichel verwandelt sich Plaque schließlich zum Zahnstein. Vor allem Fang- und Backenzähne sind von dem gelblichen oder bräunlichen Kalkablagerungen betroffen. Schnell entsteht daraus eine Zahnfleischentzündung, da der Zahnstein auf das Zahnfleisch drückt und die Bakterien es zusätzlich reizen können. Rotes Zahnfleisch und Mundgeruch weisen auf eine Zahnfleischentzündung hin. Bei der Parodontose geht das Zahnfleisch schließlich zurück – in der Folge lockern sich die Zähne, fallen aus oder müssen gezogen werden. 

Was harmlos begonnen hat, kann schwere Konsequenzen haben: Zahnbetterkrankungen können Zahnbett und Kieferknochen zerstören, und durch das Übermaß an Bakterien in der Maulhöhle werden Giftstoffe und Stoffwechselabfälle frei, die Organe wie das Herz schädigen und Magen-Darm-Probleme auslösen können.

Um massiven Zahnstein zu entfernen, muss der Tierarzt den Hund in eine Vollnarkose legen. Müssen Zähne gezogen werden oder ist das Zahnfleisch entzündet, schließt sich meist eine Gabe von Antibiotikum an.

Karies ist bei Hunden dagegen sehr selten. Die Zähne werden eher von anderen Erkrankungen oder physischen Traumata geschädigt. Daraus resultierende Entzündungen können zu Fisteln führen, die in der Regel den Oberkiefer und Reißzähne betreffen. Auch Fremdkörper können im Hundemaul Wunden verursachen: Gerade Stöcke gehören hier zu den üblichen Verdächtigen.

Vorbeugen mit Zahnpflege

Gute Zähne und eine gesunde Mundhöhle sind für Hunde genauso wichtig wie für Menschen – nicht nur aus hygienischen Gründen. Die Verdauung beginnt schließlich schon im Mund. Wie schnell sich Plaque und Zahnstein vermehren, ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Hinein spielen zum Beispiel die Rasse, die Menge des Speichels und der Anteil an Mineralien, die Fütterung oder der Ph-Wert im Maul.

Damit der Vierbeiner von Anfang an gut zubeißen kann und das auch so bleibt, bietet es sich an, die Zähne regelmäßig vom Tierarzt kontrollieren zu lassen.

Außerdem gibt es jede Menge Möglichkeiten, Zahnbelag, Zahnstein und den Folgekrankheiten vorzubeugen:  

Die erfolgsversprechendste Strategie ist tatsächlich, seinem Hund die Zähne zu putzen. Dafür gibt es spezielle Zahnbürsten und auch die passende Hunde-Zahnpasta. Das ist für Hund und Mensch nicht unbedingt mit viel Spaß verbunden. Deswegen ist es wichtig, dem Hund bereits in jungen Jahren daran zu gewöhnten.

Außerdem gibt es Futter und Leckerlis, die auf die Bedürfnisse von Hundezähnen zugeschnitten sind. Trockenfutter zum Beispiel bietet durch seine Konsistenz und Textur einen stärkeren mechanischen Abrieb an den Zähnen. Das gleiche gilt für Zahnpflegefutter und Kaustangen und -knochen. Beim Kauen werden natürliche Enzyme frei, die dabei helfen, die Zähne von Plaque zu befreien. Außerdem gibt es gutes Hundespielzeug, das ebenfalls für die Zahngesundheit förderlich sein kann.

Hat mein Hund Zahnprobleme?

Diese Liste schafft einen Überblick über mögliche Symptome.

  • Das Zahnfleisch ist gerötet, geschwollen oder blutet sogar.
  • Das Zahnfleisch geht zurück.
  • Der Hund speichelt stärker.
  • Zahnstein und Zahnverfärbungen oder sogar Zahnlücken werden sichtbar.
  • Der Hund hat Mundgeruch.
  • Das Fressverhalten hat sich geändert: Der Hund kaut einseitig oder meidet festes Futter.
  • Der Hund reibt seine Schnauze am Boden oder an den Pfoten.
 

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