Wenn der Hund sich kratzen muss

Halsbänder mit Nickel können eine Kontaktallergie auslösen

Labrador Rudy kratzt sich. Seine Besitzerin dachte zuerst an Flöhe und andere Parasiten. Aber dann fiel ihr auf, dass sich im Bereich seines Halsbandes und am Rücken kleine Pusteln auf der Haut gebildet haben. Die Diagnose des Tierarztes: Rudy leidet an einer Kontaktallergie. 

Sein Frauchen ist erleichtert, dass die Ursache so schnell gefunden wurde: Ihr Liebling reagiert allergisch auf Nickel. Die Legierung kommt in gängigen Metallbeschlägen und Ringen von Halsbändern und Geschirren vor. An den Stellen, an denen Rudys Haut mit Nickel in Berührung kam, zeigte sich eine allergische Reaktion.

Rudy hatte Glück, dass seine Besitzerin so schnell reagiert hat. Denn das Verhalten des Hundes verstärkt oft noch die allergische Reaktion: Die gereizte Haut juckt und schnell bilden sich Bläschen an den betroffenen Stellen, die der Hund versucht abzulecken. Platzen sie, beginnt die Haut zu nässen. Oft bildet das dann den Nährboden für eine Sekundärinfektion mit Bakterien.

Rötungen und Schwellungen treten auf, die Haut wird wund, rissig und bildet Krusten oder kleine Geschwüre. Auch Papeln, kleine Knötchen, und Pusteln sowie Schwellungen oder Quaddeln können entstehen. Veränderungen fallen besonders an den haarlosen Stellen wie Bauch, Maul und Pfoten ins Auge. Bei einer Kontaktallergie sind natürlich jene Bereiche betroffen, die in Kontakt mit dem Allergieauslöser gekommen sind.

Kontaktallergien sind vergleichsweise selten

Kontaktallergien beim Hund treten im Vergleich zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Reaktionen auf Umweltgifte verhältnismäßig selten auf. Beim ersten Kontakt reagiert der Hund noch nicht allergisch. Wiederholt sich der Körperkontakt wie bei Rudy, kann eine Sensibilisierung eintreten und damit eine allergische Reaktion.

Nicht nur Metalle wie Nickel können zum Auslöser einer Allergie werden. Auch Gummi und Neopren, wie sie in Halsbändern oder Geschirren vorkommen, können eine Reaktion hervorrufen, aber auch Duftstoffe, Putz- oder Waschmittel und Kunstfasern.

Bei Rudy waren es nicht nur die Metallringe an Halsband und Geschirr, die ihm Probleme bereiteten. Sogar der aufliegende Karabiner der Leine reichte aus, um die Haut zu reizen.
Außerdem können Blechmarken am Halsband Nickel enthalten und somit zu Hautirritationen und Juckreiz führen.

Allergien erfordern eine aufwändige Diagnostik

Die Diagnostik bei einer Allergie ist umfangreich und vom Hundebesitzer allein nur schwer zu leisten, da viele Faktoren hinein spielen. Das Symptom Juckreiz ist unspezifisch und kann verschiedenste Ursachen haben kann: Hautinfektionen, Flöhe oder andere Parasiten, aber eben auch Allergien und Unverträglichkeiten.

Erschwerend kommt hinzu, dass Allergietests beim Hund nicht möglich sind. Deswegen sind der Hundebesitzer und seine Beobachtungsgabe gefragt, um dem Tierarzt ein klares Bild der Symptome geben zu können. Auch das Schlecken der Pfoten oder Wälzen und sich Reiben können Verhaltensweisen sein, die auf einen Juckreiz hindeuten. Manche Hunde nagen sich sogar blutig.

Die Diagnostik erfolgt in der Regel nach dem Ausschluss-Verfahren. Am Beginn der Behandlung steht eine Hautprobe, um auszuschließen, dass der Hund unter einer Infektion mit Bakterien oder Pilzen leidet. Tut er das nicht oder juckt sich der Hund trotz Behandlung weiterhin, fasst der Tierarzt als nächste Möglichhkeit Allergien oder Parasiten ins Auge. Kann er im weiteren Verlauf ausschließen, dass es sich um Parasiten wie Milben und Flöhe handelt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Allergie groß. Nun gilt es der Frage nachzugehen, worauf der Hund allergisch reagiert. Die häufigsten Allergien bei Hunden sind Flohspeichel-, Futtermittel- oder Umweltallergien. Kontaktallergien treten weniger oft auf.
Ein Hund kann leider auch an mehreren Allergien gleichzeitig leiden. Das ist nicht selten der Fall und macht die Diagnostik noch herausfordernder.

Behandlung einer Nickelallergie

Man kann seinem Hund zunächst etwas Erleichterung verschaffen, indem man die betroffenen Hautpartien mit lauwarmen Wasser vorsichtig abwäscht. Natürlich ist es unabdingbar, dass man mit seinem Liebling zum Tierarzt geht. Der wird Medikamente oder Salben mitgeben, um die betroffenen Stellen zu behandeln. Ist der Juckreiz zu stark, wird eine sogenannte systemische Behandlung notwendig.

Eine Kontaktallergie ist leider nicht heilbar. Deswegen ist es umso wichtiger, den Kontakt mit dem Allergie auslösenden Stoff zu vermeiden. Für Hunde mit Nickelallergie wie Rudy bieten sich zum Beispiel Halsbänder und Leinen an, die nickelfrei mit Edelstahlbeschlägen ausgestattet sind. Hochwertiges Zubehör aus Leder wird zudem schonend gegerbt, so dass die Wahrscheinlichkeit von Unverträglichkeiten gegen Farbstoffe oder Chemikalien weiter sinkt. Der Hund kommt auch nicht mit Gummiteilen oder Kunstfasern in Kontakt, die ebenfalls die Ursache für Allergien sein können.

Wenn die Allergie hochgradig ist, sollte man bedenken, dass Hunde sogar auf normales Dosenfutter anschlagen können, in dessen Legierung Nickel verarbeitet sein kann. Auch in manchen Nahrungsmitteln kann das Metall enthalten sein.

Rudys Frauchen konnte ihm mit einem neuen Halsband und einer Lederleine ohne Nickel helfen. Die Symptome sind abgeklungen und der Labrador freut sich wieder seines Lebens.

 

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