Immer der Nase nach: Aromatherapie für Hunde

Lavendel zur Beruhigung und Minze, um die Nase wieder freizubekommen: Vielleicht nutzt du selbst ätherische Öle und Pflanzenheilkunde, um Krankheiten zu lindern und deine Psyche zu unterstützen. Seit rund 6000 Jahren ist die Wirkung von Heilkräutern bekannt – die alten Ägypter nutzen sie bereits. Heute wird Aromatherapie immer beliebter, auch für unsere vierbeinigen Partner.

Die Anwendungsformen von Aromaölen bei Hunden

Aromaöle können durch die Haut dringen und sind nach einiger Zeit sogar im Blut nachweisbar. Sie sollen die Selbstheilungskräfte anregen und die Nerven entspannen.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Anwendung:

  • Über die Raumluft. Du trägst das Öl dafür auf ein Kissen auf oder nutzt einen Diffusor bzw. eine Duftlampe, um einen Raum zu beduften. Durch die Raumluft nimmt dein Vierbeiner das Öl auf.
  • Du wendest die Öle direkt auf dem Körper deines Hundes an, indem du ihn damit massierst oder die betreffenden Hautstellen einreibst.

Wichtig: Für die Aromatherapie eignen sich nur solche ätherische Öle, die hochwertig und 100 Prozent rein sind. Da sie damit sehr konzentriert sind, brauchst du einen Trägerstoff wie Mandelöl. Trage die Öle also auf keinen Fall pur auf, du musst sie verdünnen.

  • Spare empfindliche Hautstellen wie Augen, Nase und Geschlechtsbereich aus.
  • Dein Hund hat eine empfindliche Nase – lasse ihn also nicht am Duftöl direkt riechen, das ist zu intensiv.

Bietest du deinem Hund einen Duft an, indem du ihn zum Beispiel auf ein Kissen träufelst, und der Hund entzieht sich, dann weißt du, dass er ihn nicht mag. Du kannst deinem Hund so verschiedene Düfte präsentieren, um herauszufinden, welcher ankommt und welcher nicht.

Anwendungsgebiete: Aromatherapie beim Hund

Aromatherapie kann zum einen bei seelischen Unruhezuständen helfen: Lavendel, Melisse, Kamille und Baldrian können zum Beispiel beruhigend auf gestresste Hunde wirken und Düften wie Basilikum oder Rose sagt man nach, die innere Sicherheit zu stärken.
Aromaöle können unterstützen, beheben aber die Ursache nicht: Deswegen ist es gleichzeitig wichtig, dass du versuchst, deinem Hund beim Stressabbau zu helfen. Halte ihm Rückzugsräume offen, so dass er stressigen Situationen ausweichen kann.

  • Anis kann den Appetit fördern.
  • Auch bei Angst oder Aggression können Duftöle Linderung bringen.
  • Bei der Abwehr von Parasiten wie Milben, Zecken und Flöhen können Duftöle ebenfalls eingesetzt werden. Eine Mischung aus Kokos- bzw. Schwarzkümmelöl, das mit Zitronengras und Eukalyptus versetzt ist, hat sich bewährt. Auch Arnikaöl mit Teebaumöl, Zedernöl und Rosmarin kann funktionieren. Parasiten mögen den Duft von Lavendel, Lemongrass und Knoblauch nicht. Du kannst die Mischungen als natürliche Abwehr vor dem Spaziergang aufsprühen oder ins Fell einreiben.
  • Hunde, die sich schnell ablenken lassen, können mit Ölen wie Zitrone, Salbei oder Rosmarin unterstützt werden.
  • Aromaöle mit wärmenden Eigenschaften wie Wacholder, Ingwer oder Eukalyptus können Linderung bei Gelenksschmerzen wie Arthrose bringen. Es gibt auch solche, die Entzündungen lindern können – etwa Pfefferminze oder Weihrauch.
  • Auch bei Hautproblemen wie Juckreiz kann Aromatherapie unterstützen, die normale Hautfunktion wieder herzustellen. Eine pflegende und heilende Wirkung wird zum Beispiel von Lavendel und Salbei berichtet.

Die Nebenwirkungen von Aromaölen

Aromaöle können eine vielseitige Wirkung entfalten, sind aber auch nicht frei von Nebenwirkungen. Jedes Tier hat andere Bedürfnisse, auch Allergien musst du berücksichtigen. Halte im Zweifel also immer Rücksprache mit dem Tierarzt.
Wenn dein Hund einen Geruch ablehnt, akzeptiere das.

  • Ist der Duft zu intensiv und wird ihm dein Hund zu lang ausgesetzt, kann er zu Kopfschmerz und Übelkeit führen.
  • Zitrusfrüchte sind mit Umsicht einzusetzen und auch Öle, die heiß wirken. Beide können zu Hautreizungen führen, aber auch der Geruch kann sich negativ auswirken. Manche Öle haben außerdem eine phototoxische Wirkung und können die Haut in Verbindung mit Sonnenlicht schädigen.
  • Außerdem solltest du bei Welpen, trächtigen Hündinnen sowie Hunden mit hohem Blutdruck vorsichtig sein, da für sie die Dosis der Öle niedriger sein muss und sie empfindlicher reagieren können.
 

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